Das vorgestellte Gerät kann zur Fermentation von Joghurt oder zur Vermehrung von effektive Mikroorganismen verwendet werden.

Um Milchsäure-Bakterien oder andere Mikroorganismen zu vermehren, wird eine konstante Temperatur von 34-37 Grad benötigt.

 

Es werden viele verschiedener Fermentationsgeräte im Internet vorgestellt. Keines von ihnen hat mich angesprochen. Mein Gärungsapparat soll folgende Anforderungen erfüllen:

-       Kapazität zur Vermehrung von im Minimum 10 Liter Kultur

-       Tiefer Energieverbrauch

-       Einfach zu regulierende Temperatur

-       Hygienische Lösung mit geringem Unterhaltsaufwand

-       Tiefe Anschaffungskosten

 

Ich habe verschiedene Lösungen ausprobiert, bis ich einen befriedigenden Aufbau gefunden habe.

Ich habe mich dann entschieden selber ein thermisch isoliertes Gerät zur Gärung zu bauen. Dabei werden standardisierte 5 Liter Bidons mit einer hohen Kühlbox benutzt. Zu beachten ist, dass die isolierte Box genug hoch sein muss, zumal neben den Bidons noch Heizung und Lochblech in der Höhe Platz haben müssen. Eine Kühlbox für 1,5 bis 2 Liter PET-Flaschen konsturiert, sollte genug hoch sein.

 

Die  Camping Gaz Icetime 30 l hat genau diese Ausmasse, um 5 Liter Bidons unterzubringen. Die Aussenmasse sind in cm: 46 hoch x 39 breit x 27.5 tief. Die Innemasse in cm sind: 39 hoch x 35 breit x 22.7 tief.

Das Innemass berücksichtigt die 3.5 Zentimeter nicht, die der Deckel noch zusätzlich beisteuert. Darum ist die zur Verfügung stehende Innenhöhe der Kühlbox 42.5 Zentimeter.

 

Für die Vermehrung wird Wärme benötigt. In einer wässrigen Umgebung ist es naheliegende eine Aquarienheizung zu nehmen. Die von JAGER angebotenen Heizungen erachte ich als zweckmässig. Die Jaeger Aquarienheizungen können präszise von 18-36 Grad Celsius adjustiert werden. Mit einer Präzision von +/- 0.5 Grad Celsius.

 

Die Wärme wird auf der eingestellten Temperatur konstant gehalten. Eine Kontrolleuchte zeigt auf, ob die Heizung aktiv ist.

Die Aquarienheizung soll unter einem Lochblech voll von Wasser umgeben sein. Sollte das Wasser austrocknen, ist der Heizer gegen Überhitzung geschützt.

 

Der Spezialglasmantel vergrössert die beheizte Oberfläche und sorgt für optimale, gleichmäßige Wärmeübertragung. So kann mit einer kleineren Heizung eine größere Wassermasse bezeizt werden.

Das spezielle Laborglas der Heizung ist auch frei von jeglichen Schadstoffen und ist sehr widerstandsfähig.

Für meine Anwendung habe ich mich für eine 50W Heizung entschieden. Durch die optimale Isolation sollten sogar 25W genügen.

 

Auf dem rechten Bild ist der ganze Aufbau abgebildet. Die Heizung mit dem rostfreien inox Lochblech am Boden. Darauf stehen 5 Liter Standardbidons mit je einem Entgasungsstutzen. Wichtig ist, vorgängig zu prüfen, ob die Gasdrainage (Entlüftung) genug Platz zum Atmen hat. Je nach Füllgrad muss sich der Deckel ein paar Zentimeter heben, damit das Gas entweichen kann.
Der abgebildete Aufbau hat für die Gasdrainage rund 5 cm Platz. Dies ergibt sich aus 5 cm für Lochblech, dazu addiert sich die Bidonhöhe von 25cm und die Gasdrainage von 8-10 cm Höhe. Addieren wir das, kommen wir auf 38 cm Gesamthöhe. Subtrahieren wir dies von der nutzbaren Gesamthöhe der Box von 42.5cm erhalenten wir rund 5cm Platz für die Drainage. Die Box bietet Platz für zwei Standardbidons. Der Deckel passt dann und der Platz ist optimal genutzt. Der Deckel passt trotz Kabel des Heizers (Aquarienheizung). Mann kann auch einen Stecker einbauen, muss jedoch aufpassen, dass die Isolation richtig gemacht ist.

 

Damit die zu vermehrende Lösung gut gewärmt wird, füllen wir die Box auf rund einen Drittel mit Wasser. Die Aquarienheizung heizt dieses, die Nährlösung umfliessende Wasser auf, diese wiederum gibt die Wärme an die Nährlösung ab. Durch die Heizung ist das Wasser immer in Bewegung. Auch die Nährlösung ist in Bewegung. Damit wird die Melasse besser verteilt und das Wachstum der Mikroorganismen wird begünstigt.

 

Da das Wasser bis zu zwei Wochen in der Box bleibt, gibt es im die Nährlösung umfliessenden Wasser leicht Algenwachstum. Je nach dem Kalkgehalt des Wassers, kann es auch zu Verkalkung führen. Deshalb sollte möglichst kalkarmes Wasser verwendet werden.

Das rostfreie Blech unter dem die Heizung angebracht wird, kann einfach bei einem Spengler bestellt werden. Eine Dicke von 1 mm ist ausreichend. Sie müssen nur aufpassen, dass die Heizung ausreichend Platz hat und Gesamthöhe reicht, damit der Deckel noch geschlossen werden kann. Es ist wichtig, dass der Fermenter geschlossen wird, damit wird verhindert, dass Feuchtigkeit und Wärme entweichen. Die Abdeckung kann geschlossen werden, auch wenn das Kabel durch den Schlitz zwischen Box und Deckel verläuft.

 

Hier ist das Rezept zur Herstellung von EMA (Effective Microorganisms):

  3% EM·1

  3% Sugar-cane molasses

  94% Wasser (9400 ml = 9.4 Liter)

  0.01 - 0.05% Salz (ungefähr 1 - 5 g)

Zuert die Melasse (möglichst Bio Melasse) im abgekochten Wasser auflösen. Dann in die Bidons (5 Liter) abfüllen. Dann das heisse Wasser mit der gelöste Melasse abkühlen lassen (unter 40 Grad Celsius) und dann das EM und das Salz beifügen. Jetzt muss das Bidon mit der Gasdrainage geschlossen werden. Jetzt können die beiden Bidons in die Thermobox, die vorgängig mit Wasser bis zu maximal einem Drittel gefüllt wurde, verstaut werden, den Deckel schliessen und die Heizung anschliessen. Jetzt im Minimum eine Woche warten bis das fertige EMA oder eine andere vermehrte Kultuer geerntet werden kann.

 

EMA hilft auch der Verdauung und wirkt sich positiv auf das Säure/Base Gleichgewicht im Körper aus.
Normales mit Melasse vermehrtes EMA schmeckt nicht sehr bekömmlich.
Um einen besseren Geschmack zu erzielen können Dörrfrüchte wie Datteln oder Arikosen mit biologischem
Rohrzucker vermischt, zugegeben werden.
Mit ein wenig Kreativität findet sich schnell ein guter Geschmack!!!

 

Viel Freude bei der Vermehrung von EM oder einer anderen Mischung.

 

Bei Fragen gebe ich gerne per Email Auskunft: gisler@gginfo.com.

 

 

Gregor Gisler-Merz, 22.11.2009 – updated 7.7.2014

 

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